Deutscher Pharmamarkt nimmt weiter zu

Der deutsche Pharmamarkt soll von 52,9 Milliarden Euro im Jahr 2016 auf rund 67,2 Milliarden Euro im Jahr 2021 anwachsen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 4,9% entspricht, so das Forschungs- und Beratungsunternehmen GlobalData.

Dem aktuellen Bericht des Unternehmens zufolge wird der reife deutsche Gesundheitsmarkt, welcher der größte aller EU-Mitgliedsstaaten ist, von einer steigenden Zahl älterer Menschen und der damit verbundenen Krankheitsbelastung getrieben, während staatliche Initiativen zur Senkung der Gesundheitsausgaben das Wachstum begrenzen werden.

Im Rahmen der Sparmaßnahmen der Eurozone konzentriert sich die Bundesregierung darauf, die Gesundheitsausgaben zu senken, indem sie die Erstattungs- und Preispolitik durch Kosten-Nutzen-Analysen, Referenzpreise und Analysen der therapeutischen Eigenschaften von Arzneimitteln regelt, um die wirtschaftliche Stabilität des Landes zu erhalten.

Das stabile fiskalische Umfeld in Deutschland hat jedoch trotz des Drucks der Eurokrise ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum ermöglicht, welches eine optimale Basis für Unternehmensprojekte bietet. Niedrige Unternehmenssteuern und -zinsen, gut ausgebildete Arbeitskräfte und eine sehr geringe strukturelle Verschuldung schaffen eine klare Perspektive für Investitionen. Externe Investoren sehen sich einem relativ transparenten Regulierungssystem gegenüber, in dem die ausländische Investitionslandschaft eine der am wenigsten restriktiven der Welt ist.

Die Bedeutung von Biopharmazeutika nimmt in Deutschland weiter zu. Aktuell befinden sich eine Vielzahl von Medikamenten in der klinischen Phase III, die notwendig ist, bevor eine Zulassung erfolgen kann. Im Jahr 2015 gab es etwa 100 biologisch aktive Wirkstoffe in einer der drei Phasen der klinischen Prüfung. 12 Biologika erhielten die Zulassung, was bedeutet, dass das Land in Zukunft eine Drehscheibe für innovative Medikamente sein wird.

Darüber hinaus unterstützt die Bundesregierung in- und ausländische multinationale Unternehmen bei der Eröffnung neuer Produktionszentren oder beim Ausbau bestehender F&E-Standorte. Pharmaunternehmen in Deutschland profitieren von der Nähe zu führenden Geräte- und Anlagenherstellern, was zu einer schlanken Produktion und kürzeren Stillstandszeiten führt.

Vom Wachstum des deutschen Pharmamarktes profitieren Patienten und Gesundheitswesen gleichermaßen. Es ist davon auszugehen, dass das Wachstum auch nach 2021 weiter anhält.